Qualifikationsmeisterschaft für die Deutsche Meisterschaft der Junioren 2012 in Grabenstetten-Teck auf der Schwäbischen Alb
Alle zwei Jahre treffen sich die Junioren an verschiedenen Flugplätzen zum Qualifikationswettbewerb für die Deutsche Meisterschaft der Junioren im darauf folgenden Jahr. Dieses Jahr war unter anderem die Fliegergruppe Grabenstetten-Teck Gastgeber. Vom 11. – 20. August flogen dort 53 junge Piloten und Pilotinnen um die begehrten Qualifikationsplätze für 2012; davon 27 Piloten in der Clubklasse und 27 in der Standardklasse, aufgeteilt nach der Leistung der Flugzeuge. Sehr erfreut war die Wettbewerbsleitung über die Teilnahme von sieben ‚Mädels‘, wie sie jeden Morgen besonders freundlich begrüßt wurden. Eines dieser ‚Mädels’ war ich. Ich fliege jetzt die zweite Saison im Aeroclub Walldorf und dies war mein erster großer Wettbewerb. Ab dem 8. August bestand die Möglichkeit zum freien Training in Grabenstetten, welches zuerst mit zwei etwas schlechteren Tagen und sehr viel Wind begann, wir entschieden uns jedoch erstmal anzukommen und die Gegend zu erkunden. Am 3. Trainingstag wurde eine Aufgabe gestellt, die zwar von einigen Piloten angeflogen wurde, von denen jedoch nur zwei Clubklassepiloten mit der Landung in Grabenstetten endeten. Mehrere Piloten mussten die Aufgabe leider kurz vor dem Zielkreis beenden, so saß auch ich auf dem Flugplatz Laichingen kurz vor dem Ziel. Am Abend gab es dann ein großes Eröffnungsbriefing mit Reden des Bürgermeisters der Gemeinde Grabenstetten, der Wettbewerbsleitung und Sponsoren. Zum Start des Wettbewerbs konnte wetterbedingt leider kein Wertungstag geflogen werden. Für den dritten Tag gab es für die Standardklasse eine Aufgabe nach Schwenningen und Oppingen, die auf 2 Stunden begrenzt war, jedoch keine feste Kilometervorgabe hatte (AAT). Leider gab es keine Wertung, da nur zwei Piloten das Ziel erreichten und die Mindestanforderung von 25% über 100 km nicht erreicht wurde. Mit zwei Piloten kämpfte ich am Hang am Farrenberg, bis wir abends schließlich dort landen mussten. Die Clubklasse wurde bereits vor dem Abflug neutralisiert. Der 4. Tag begann mit einer Racing-Task für beide Klassen, d.h. es wurde eine Strecke mit fester Kilometervorgabe ausgegeben ohne Zeitlimit. Dabei zeigte uns ein ‚Nordlicht, dass auch in Norddeutschland Thermik geflogen werden kann, da er als einziger Pilot in der Standardklasse wieder auf dem Flugplatz landete. In der Clubklasse erreichten immerhin 9 Piloten Grabenstetten. An dem Tag hatte ich meine erste Außenlandung. Das Wetter und die Thermik hatten auf halber Strecke sehr stark abgebaut, da sich ein Gewitter über der Alb entwickelte. So kämpften wir um jedes kleine Steigen und glitten unsere Höhe ab, mit der Hoffnung, dass irgendwo wieder Steigen kommt. Leider wurde jeder Ansatz durch den stark zunehmenden Wind von bis zu 40km/h zerstört und so musste ich auf einem Acker landen. Gut geplant und aus der Luft beobachtet entschied ich mich für einen braunen Acker. Ein weiterer Acker lag direkt davor und der Anflug war frei. Frühzeitig für eine Außenlandung entschieden, konnte ich in Ruhe meinen Anflug und die Platzrunde durchführen, wie sonst am Flugplatz. Noch einmal die Gurte nachziehen, Fahrwerk ausfahren, den Acker immer in Sicht und dann landen. In der Theorie ganz einfach aber beim ersten mal doch sehr aufregend. Nach wenigen Metern rollen stand ich auch schon am Rand von einem abgeernteten Kartoffelacker. Die erste Außenlandung war geschafft und Flugzeug und Pilot waren wohl auf. Schnell den Rückholer und die Wettbewerbsleitung anrufen, wo ich bin und dass es mir gut geht. Knapp eine Stunde später kam mein Rückholer mit dem Auto und dem Hänger an und wir konnten das Flugzeug abbauen und zum Flugplatz zurückfahren. Die darauf folgenden Tage wurden wieder neutralisiert, doch es bestand immer Hoffnung auf Wetter-Besserung. Die Zeit konnte ich nutzen, um das Flugzeug zu putzen und den Schmutz vom Acker zu entfernen. Der 7. und 8. Wettbewerbstag konnte endlich wieder zum Wertungstag erflogen werden. Zuerst mit einer Racing-Task und dann mit einer AAT. Der 8. Tag war sehr erfolgreich, so konnte ich mich mit meinem Teampartner auf Platz 5 und 6 der Tageswertung fliegen .Der vorletzte Tag wurde erneut neutralisiert, aber den Letzten wollten alle Piloten noch nutzen und so wurden erneut zwei Racing-Tasks ausgeschrieben: Wir wurden mit der Standardklasse zuerst hoch geschleppt und kämpften mit einer anfänglichen Basis von 1250 m bis 1300 m MSL, ansteigend zum Abflug auf 1350 m bis 1500 m MSL, was in der Alb jedoch keine große Arbeitshöhe ergab, da dort das Gelände bei 600-700m liegt. Es wurde so zum Ende des Wettbewerbs noch einmal spannend. Am Nachmittag stieg die Basis weiter an und es wurde ein schöner Flugtag, doch auch an diesem letzten Tag gab es einige Außenlandungen, da die Bedingungen nicht einfach waren. Auf der Strecke konnte man immer wieder Flugzeuge auf einem Acker liegen sehen, die dort außengelandet waren und so saß ich leider auch 100km vor dem Flugplatz auf einem Acker und wartete auf meine Rückholer, schon ganz gespannt auf den Abschlussabend und die Wertung. Am Abend saßen wir alle noch einmal zusammen, nachdem ein anderer Pilot und ich schließlich gegen 21:30 Uhr von unseren Außenlandungen zurück gekommen sind. Für den Abend hatten sich unser Koch und sein Team nicht lumpen lassen und zauberten ein herrliches Menü. Nachdem die letzten Dateien mit den Flugaufzeichnungen eingereicht und ausgewertet waren, konnte am späten Abend endlich die Siegerehrung mit der offiziellen Wertung beginnen. Ich konnte mich im Mittelfeld platzieren und bin zufrieden für meinen ersten Wettbewerb. Abschließend ist zu sagen, dass es ein schöner und unfallfreier Wettbewerb war, bei dem ich viel gelernt habe.
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Flug-Starts jetzt dank Schalldämpfer noch leiser
Der Aeroclub Walldorf hat in diesem Sommer sein Motorflugzeug Maule M6 mit einem speziellen Schalldämpfer ausgestattet, um so die Geräusche bei den Starts weiter zu minimieren. Die Maule wird im Aeroclub als Schleppflugzeug für die Segelflugzeuge zum Starten verwendet. Da die Segelflugzeuge keinen Motor haben, um eigenständig starten zu könnten, sind sie darauf angewiesen, auf ihre erste Flughöhe gebracht zu werden. Hierfür gäbe es zwei Möglichkeiten: die Seilwinde und das Schleppflugzeug. Das Segelflugzeug wird in beiden Fällen mittels eines Schleppseils auf Höhe gebracht, um dann nach dem Ausklinken des Schleppseils endlich lautlos und völlig frei fliegen zu können. Bei einer Seilwinde werden Stahl- oder Kunststoffseile über den Platz ausgezogen und zum Starten mittels einer Trommel wieder schnell eingezogen. Durch die Beschleunigung und das Profil der Segelflugzeuge steigt das Flugzeug dabei am Seil in die Höhe und klinkt sich automatisch über der Winde aus. Auf Grund der Platzgegebenheiten ist dies in Walldorf jedoch nicht möglich, da ein Weg den Flugplatz quert und ein zweiter Weg sich am Ende der Bahn befindet. Diese beiden Wege müssten sonst für jeden Start gesperrt werden! Auch würden die Seile immer über den Asphalt der Wege reiben und so eine sehr starke Abnutzung bewirken, welche letztendlich das hohe Risiko eines Risses im Seil zur Folge hätte. Ein Seilriss in niedriger Flughöhe und bei geringer Geschwindigkeit ist aber aufgrund des dann herrschenden Anstellwinkels ein sehr gefährlicher Zustand. Daher sind die Segelflieger im Aeroclub auf ihre Maule angewiesen. Um aber möglichst geräuscharm schleppen zu können hat die Abteilung Segelflug einen Schalldämpfer gefunden, der zuvor nur für größere Flugzeuge von einer Spezialfirma in Wuppertal gebaut wird. Die Abteilung musste zwei Jahre auf die Zulassung warten und fliegt nun mit der weltweit einzigen Maule mit diesem Schalldämpfer. Der spezielle Dämpfer bewirkt neben der extremen Lärmreduktion auch eine hohe Kosteneinsparung. Die Kosten und Arbeiten wurden von der Abteilung Segelflug getragen.
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Vielen Segelflieger ist der Bereich um den Flugplatz nicht groß genug, so dass sie nach Erhalt ihres Flugscheins „auf Strecke gehen“ und dabei den Gleitbereich des Flugplatzes verlassen, von dem sie – auch ohne weitere Thermik zu finden - aus ihrer Höhe wieder zum Startplatz zurückkommen. Auch ich entschloss mich am Donnerstagabend, am folgenden Tag zu fliegen und so einige Kilometer zu überwinden. Ich telefonierte mit den Vereinskameraden, um einen Schlepp-Piloten und einen Flugleiter für den kommenden Tag zu finden, die ausnahmsweise auch außerhalb des Wochenendes zur Verfügung stehen. Für eine optimale Flugvorbereitung studierte ich abends noch die Wetterprognose und plante auf meinen Karten schon eine kleine Route als Flugstrecke mit Wendepunkten, die jeweils ca. 50 km von Walldorf entfernt sind. Am Freitag standen dann bereits um neun Uhr die ersten Wolken über dem Königsstuhl und uns wurde schnell klar, dass das Wetter besser würde als angesagt, obwohl der aktualisierte Wetterbericht vom Morgen das gute Wetter nicht vorhergesagt hatte. So wurde kurzfristig eine neue Strecke überlegt, die der aktuellen Wetterlage besser entsprach. Mein neues Ziel: der Thüringer Wald. Ich war sehr aufgeregt: nie zuvor war ich alleine so weit weg vom Flugplatz gewesen, wie diesmal geplant. Wir bauten gemeinsam das Segelflugzeug auf und holten die Schleppmaschine aus der Halle. Schnell noch das Flugzeug checken, Papiere und Proviant verstauen und schon ging es in die Luft. Bereits über Leimen flog ich unter die erste Wolke und stieg mit der Thermik hoch unter die Wolkenbasis, die am Vormittag noch auf 1500 m stand. Mit der ersten Höhe flog ich in den Odenwald und mit sehr guten Steigwerten weiter Richtung Würzburg. Immer den Wolkenstraßen folgend kam ich über den Main, wo ich erstmals wieder Höhe gewinnen sollte, um weiter zu fliegen. Mit genügend Höhe ging es weiter Richtung Suhl am Thüringer Wald. Ich flog nach Suhl am Thüringer Wald und erst jetzt realisierte ich, wie weit ich wirklich von Walldorf entfernt war. Die Karte hatte ich bereits umschlagen müssen und weiter östlich hörte meine Karte sogar mit dem Bereich Frankfurt schon auf. Auch hier sah das Wetter sehr gut aus. Schöne Wolkenstraßen folgten dem Thüringer Wald, unter denen ich Richtung Eisenach flog und wieder zurück kam. Ein Abstecher noch nach Coburg, als ich verwundert feststellte, dass es schon 16:00 Uhr war und ich noch 208 km zurück nach Walldorf hatte. Auf dem Rückweg war der Himmel - bis auf kleine Wölkchen - komplett blau. Da kamen mir die ersten Zweifel, ob ich noch in Walldorf landen werde. Hinzukam, dass mein Rechner eine Ankunftshöhe von -3000 m anzeigte, also ich mindestens noch 3000 m auf den 208 km steigen musste, um den Flugplatz zu erreichen. Mein erstes Ziel war Schweinfurt, von da aus ging es Richtung Würzburg. Immer wieder bekam ich Thermik, die mich einige Meter höher kommen ließ, damit ich auf der Geraden wieder abgleiten konnte. Und so kämpfte ich mich vor nach Würzburg und weiter in den Odenwald bis nach Walldürn. Jetzt waren es fast nur noch 60 km bis nach Walldorf, jedoch die Thermik wurde schwächer und so hatte ich nur noch eine Höhe von 700 m über Grund am Flugplatz Walldürn. Ich befürchtete, mit dieser Höhe nicht bis zum Flugplatz Walldorf zu kommen, sondern im Odenwald eine Außenlandung zu riskieren. So entschloss ich mich, zunächst in der Nähe vom Flugplatz Walldürn noch Höhe zu machen, um mindestens bis zum nächsten Flugplatz, Mülben oder Mosbach, zu kommen. Jedoch sank ich immer weiter bis auf 370m über Grund. Ich hatte bereits mit dem Flugleiter von Walldürn über Funk Kontakt aufgenommen und mich über die lokalen Gegebenheiten informiert. Nach fast 8 Stunden kam ich aus dem Thüringer Wald über Würzburg nach Walldürn im Odenwald. Am Flugplatz Walldürn war ich zu tief, um weiter nach Walldorf zu fliegen und versuchte noch in 370m über Grund Aufwind zu finden. Ich hatte mich schon über die örtlichen Gegebenheiten über Funk informiert und war gedanklich die Landung durchgegangen. Doch dann fand ich noch 0,0 Meter pro Sekunde Steigen (also kein Sinkflug mehr), das sich mit Ruhe, Geduld und vor allem mit einer ruhigen Hand zu 0,5 m/s entwickelte und mich immer höher steigen ließ und in 1200m sogar auf 1,5 m/s wuchs. Am oberen Ende der Thermik angekommen, flog ich ab Richtung Heimat, jedoch reichte die Höhe nach den Berechnungen des Bordcomputers immer noch nicht ganz. Auf der Strecke kam noch Aufwind, der mich auf 2000 m brachte, so dass Walldorf erreichbar schien. Vorsichtig flog ich weiter, denn ich befürchtete, womöglich doch nicht mehr genug Höhe zu haben um über den letzten Buckel vor Walldorf zu kommen. Endlich war der Flugplatz sichtbar und ich kam in 500 m Höhe in Walldorf an. Nach 8:45 Stunden und 534km landete ich glücklich und zufrieden auf unserem Flugplatz in Walldorf. Dieser Flug war nach meinem früheren 300 km-Flug mein längster und weitester Flug und somit mein erster 500er. Es war ein sehr beeindruckender und lehrreicher Flug, den ich am Freitag den 13. alleine geschafft habe und noch heute macht sich ein großes Lächeln in meinen Gesicht breit, wenn ich an den Flug zurück denke oder meinen Vereinskameraden von dem tollen Erlebnis erzähle.
Martina Maria Solitair Kluth
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Alle Jahre wieder fahren Mitglieder des Aeroclub Walldorf in die Alpen zum Segelfliegen. Die Piloten haben hier die Möglichkeit, bereits im Frühjahr die Thermik zu nutzen. Ich durfte eine neue Welt des Segelflugs kennenzulernen, die so bei uns gar nicht möglich ist.
Erwin Sommer, Vorstandsvorsitzender des Aeroclub Walldorfs und erfahrener Alpenpilot, sowie Thomas Kühn, Fluglehrer des Aeroclub Walldorfs, haben es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche in den Gebirgssegelflug einzuweisen und ihnen die besondere Art des Segelfliegens näher zu bringen. Mitte März fuhren wir mit dem Vereinsförderflugzeug der Abteilung Segelflug, D-KSAP vom Typ Duo Discus XT, in das französische Vinon-sur-Verson, in die Nähe von Marseille. Der auch kurz unter „8T“ bekannte Doppelsitzer ist mit einem Hilfsmotor ausgestattet, der als Heimkehrhilfe sehr nützlich werden kann und so eine Außenlandung vermeidet. Ich hatte die Möglichkeit, die beiden in die Alpen zu begleiten und konnte einen sehr guten Einblick bekommen. Es gibt in den Alpen sehr vieles zu beachten, so ist es zum Beispiel schwieriger, andere Segelflieger auf den schneebedeckten Bergen und Felsen zu erkennen. Um besser gesehen zu werden, haben die Flugzeuge orangene Warnlackierungen auf Rumpf und Flügeln, außerdem erleichtert ein elektronisches Warnsystem den Piloten das schnellere Erkennen von anderen Flugzeugen.
Ein typischer Fliegertag in den Alpen sieht so aus: Jeden Morgen stehen wir früh auf, um den Tag zu nutzen, denn wir wollen alle das selbe – in die Luft! Am Vormittag werden die Flugzeuge aufgebaut, Batterien und Proviant eingepackt. Danach gibt es ein Briefing, bei dem alle Piloten das aktuelle Wetter des Tages erfahren und auch schon eine Prognose für die kommenden Tage. Das Briefing ist sehr wichtig, da besonders in den Alpen das Wetter nicht so einfach ist, wie zum Beispiel bei uns in der Rheinebene. Durch die Berge entstehen andere Winde, die an den jeweiligen Hängen starkes Steigen bzw. Sinken verursachen. Um dabei nicht in Schwierigkeiten zu kommen, ist es wichtig, zunächst mit einem erfahrenen Piloten mitzufliegen und dort Erfahrungen zu sammeln. Hängen die Wolken zu tief, so sind manche Berge nicht zu überfliegen, da ein Segelflugzeug nicht in die Wolken fliegen darf. Die Wolken bilden die Obergrenze der Thermik und nur bei besonderen Wetterverhältnissen ist es möglich, neben den Wolken aufzusteigen. Dabei handelt es sich dann nicht mehr um Thermik, sondern um Welle. Welle ist bei starkem Wind in den Bergen möglich, durchaus auch im Winter bei uns am Rand des Odenwaldes oder Schwarzwaldes. Den Piloten gelingt es dann, hier bis auf 6.000 m zu steigen. Die Piloten nehmen für Flüge ab 3.000 m Höhe Sauerstoff mit, da die Luft mit der Höhe dünner wird. Bei 6.000 m sind die meisten Gebiete für das Überfliegen begrenzt wegen der Verkehrsmaschinen. Wir hatten an einem Tag die Möglichkeit in der Welle auf 5308m zu steigen, was mein persönlicher Höhenrekord ist.
Nach dem Briefing ziehen sich die Piloten warm an. Denn auch wenn es am Boden bei 20°C schön warm und angenehm in Jeans und T-Shirt ist, so ist es in der Luft in 3.500 m doch schon sehr kühl und je nach Wetter und Höhe sind Minus 15°C keine Seltenheit.
Dann ist zunächst alles wie in der Heimat auch: ein Motorflugzeug schleppt das Segelflugzeug in die Höhe und in 500 m bis 700 m über Grund klingt der Segler das Seil aus und es beginnt der eigentliche Flug. Langsam steigt das Gelände an und die Berge kommen immer näher. Am Hang suchen wir nach Aufwinden, um hoch aufzusteigen und über die ersten Berge zu fliegen. Und dann sind wir am Ziel – den Alpen. Links und rechts neben uns erstrecken sich hohe Felswände, teilweise noch mit Schnee bedeckt.
Es müssen immer wieder Täler überquert werden, bei denen Höhe verloren geht, so dass das Flugzeug wieder unterhalb der Hangkante am nächsten Berg ankommt. Erst hier merken wir, wie viel 100 m sein können. Dann fliegen wir, im geringen Abstand zur Felswand, den Hang auf und ab bis wir wieder genug Höhe gewonnen haben, um auch diesen Berg zu überwinden.
Wir brauchen diesen geringen Abstand zum Hang, da die Luft, die durch die Sonneneinstrahlung am Fels erwärmt wird, nah an diesem aufsteigt und das Segelflugzeug nach oben trägt. Es ist daher sehr wichtig, eine gute und ausführliche Einweisung in den Hangflug zu bekommen, da wir bei uns im ‚Flachland‘ diese Bedingungen nicht kennen. Kleine Bänke an Aussichtspunkten des Gipfels sehen zunächst aus wie große Häuser. Erst wenn wir an den Skiliften vorbei fliegen und die Skifahrer oder einen auf dem Grat des Berges laufenden Wanderer sehen, merken wir, wie klein der Abstand dazu wirklich ist – anders als bei der üblichen Weite in der Heimat.
Wenn man aus den Alpen abends der Sonne entgegen fliegt, Richtung Flugplatz, gleitet man die gewonnene Höhe wieder ab und eine Strecke von 100 km als Endanflug ist da keine Seltenheit. Noch über die letzten kleineren Berge und Hügel drüber geflogen und der Platz ist schon sichtbar und die Landung wird eingeleitet. Kurz vor Sonnenuntergang landen wir und beim Zurückrollen verschwindet die Sonne hinter den Bergen.
Ein schöner Flugtag geht zu Ende und wir erzählen von unseren Erlebnissen. Im Wohnmobil laden wir den Flug vom Logger auf den PC und bewerten die Strecke, die wir geflogen sind. Dann ist es auch schon spät und träumend von dem herrlichen Tag, schlafen wir ein, denn wir wissen: am kommenden Tag warten wieder die Alpen auf uns.
Wir haben in den zwei Wochen viele schöne Flüge erlebt und auch einige Kilometer geflogen. Die Gebirgsfliegerei hat mich angesteckt und begeistert und ich werde sicher nochmal wieder kommen. Deshalb vielen Dank an Erwin Sommer und Thomas Kühn für die tollen Erlebnisse, die sie mir ermöglicht haben.
Martina Maria Solitair Kluth
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